Ein Radio der Rettung

Dr. Christian Stelzer, Arzt für Allgemeinmedizin in Wien und Referent in der Sendereihe „Lebenshilfe“, berichtet uns in den folgenden Absätzen, wie Gott zu einem Rettungsanker wird:

„Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind.“ (Ps 34,19) Die Worte des Psalmisten finden in Jesus ihre ganze Erfüllung. Er ist der „Herr, der rettet, der Herr, der hilft, der Herr, der heilt“, wie uns der hebräische Name Jeschua offenbart. Denn Gott sandte uns Seinen Sohn, damit die Welt gerettet wird, sagt uns Johannes im 3. Kapitel seines Evangeliums: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass Er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Joh 3,16-17) Und: „Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lk 19,10), klingt es bei Lukas wie als Bekräftigung all dessen. In dieser Sendung des Sohnes vom Vater hat die Mission der Kirche ihren Ursprung. Die Apostel, die Gesandten, waren zu allen Zeiten bereit, die frohe Botschaft von der rettenden Liebe Gottes bis an die Grenzen der Erde zu tragen.

Von der „kleinen“ hl. Thérèse von Lisieux, der Patronin der Weltmission, ist uns ein Ausspruch überliefert, den sie einige Monate vor ihrem Tod im Alter von 24 Jahren im Beisein von Mitschwestern wie ein Vermächtnis hinterlassen hat: „Nein, ich kann im Himmel keine Ruhe nehmen bis zum Ende der Welt, solange es Seelen zu retten gibt.“ Der Karmelitin, die im Jahr 1997 von Papst Johannes Paul II. zur Kirchenlehrerin erhoben wurde, boten sich im Kloster keine Gelegenheiten zu „großen“ missionarischen Taten. So entschied sie sich, ihre alltäglichen Handlungen mit großer Liebe auszuführen. „Im Herzen der Kirche Liebe sein“ – das hat sie zu ihrer Mission erwählt.

Wo geistliches Leben heute neu aufblüht, findet man die Spuren von diesem Missionsweg der „kleinen Taten der Liebe“, der „little acts of love“, wie Mutter Teresa von Kalkutta sie genannt hat. Ich selbst erlebe bei meiner Mitarbeit für die Ernährungsinitiative Mary’s Meals, wie viele freiwillige Helfer es durch unzählige kleine Taten der Liebe möglich machen, Kindern in 18 Ländern der Welt durch die täglichen Schulmahlzeiten eine Zukunft zu schenken.

Besonders durch das Kommen der „Gospa“, der Gottesmutter, als Königin des Friedens in Medjugorje, darf ich seit vielen Jahren erfahren, wie Menschen in der „Schule Mariens“ aus Traurigkeit und Verzweiflung befreit und gerettet werden. Ein sichtbares Beispiel dafür ist die Gemeinschaft Cenacolo, deren größte Niederlassung, das „Campo della vita“ in Medjugorje, zu einem besonderen Ort der Rettung für junge Menschen in Krisen, besonders bei Problemen mit Drogen und Alkohol, geworden ist. Medjugorje-Pilger haben sich eingesetzt, dass auch in Österreich ein „Cenacolo“ eröffnet wurde. So bietet das Haus „Mutter der guten Hoffnung“ im burgenländischen Kleinfrauenhaid seit über 20 Jahren jungen Menschen die Chance zu einem Neubeginn in ihrem Leben.

Auf dem „kleinen“ Weg der Hingabe an Gott durch Rosenkranzgebet, Anbetung und Fasten geschieht Rettung und wird unzähligen Pilgern in der Kraft der Sakramente neues Leben geschenkt.

Auch Radio Maria ist ein solcher Rettungsanker. Getragen von vielen freiwilligen Helfern erfüllt es eine Mission, eine Sendung, die selbst vor dem Tod rettet und das Leben neu schenkt, wie die Berichte in diesem Büchlein erschütternd bezeugen. Dafür dürfen wir Gott aus ganzem Herzen danken!

Zeugnisse

Auch unsere Hörerinnen und Hörer entdecken oftmals in den sensibelsten Situtaionen, wie Jesus durch Radio Maria sie retten möchte:

Anonymer Anruf aus Vargas (Venezuela)
nacherzählt

Auf Radio Maria Venezuela wurde manchmal samstags von Mitternacht bis sechs Uhr morgens eine Sendung übertragen, die für Menschen gedacht war, die aus irgendeinem Grund nicht schlafen konnten oder nicht in der Lage waren, in den frühen Morgenstunden Ruhe zu finden. Einmal rief ein Mann an, der nicht auf Sendung wollte, aber erzählte, dass er auf der Terrasse seines Hauses sei und eine Zigarette rauchte und sich große Sorgen mache aufgrund seiner wirtschaftlichen und familiären Situation.

Der junge Mann arbeitete für das Bildungsministerium, aber sein Gehalt reichte nicht aus, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu decken. Er lebte bei seinen Eltern und war sehr deprimiert und fühlte sich wie ein Versager, weil er in seinem Alter noch nicht in der Lage war, unabhängig zu sein und seiner Familie die gewünschte Stabilität zu geben.

Mit gebrochener und sehr trauriger Stimme sagte er zu dem Mitarbeiter, dass er in jener Nacht auf die Terrasse gegangen sei, in der Absicht, seinem Leben ein Ende zu setzen und sich in die Tiefe zu stürzen. Während er jedoch über den Selbstmord nachgedacht habe, habe er eine innere Stimme gehört, die zu ihm gesagt habe, er solle das Radio einschalten. Als er am Tuner drehte, habe er Radio Maria gefunden. Er begann zuzuhören, was die Moderatoren sagten. Er merkte, dass es eine Live-Sendung war und fühlte sich ermutigt, anzurufen. Der junge Mann brauchte nur jemanden, um sich seine Last von der Seele zu reden und das von sich zu weisen, was ihn quälte, denn er hatte eine zweijährige Tochter. Der Mitarbeiter am Mischpult war genauso alt wie er und ermutigte ihn, indem er ihm sagte, dass sie da wären, um ihn anzuhören, vor allem aber, um für ihn und seine Anliegen zu beten. Dann verabschiedete sich der junge Mann dankbar. Danach hat er noch mehrmals angerufen. Zwar wollte er nie auf Sendung gehen, hat aber gesagt, dass er – Gott sei Dank – nicht jene Dummheit begangen habe, die er in jener Samstagnacht im Kopf hatte. Er sei dankbar, dass er in jenem gefährlichen Augenblick Radio Maria Venezuela gefunden habe.