„Alles, was nicht dahin führt, Gott besser zu kennen und Ihm besser zu dienen, ist verlorene Zeit.“
Verschwenderischer Draufgänger
Als früh verwaister Spross einer der reichsten französischen Adelsfamilien führt sich Charles schon in der Schule dekadent auf. Dieses Verhalten ändert er auch als junger Soldat nicht: Skandale, Alkohol, Nachlässigkeit, Frauen, Ungehorsam, etc., sodass er bei einem Einsatz in Afrika unehrenhaft entlassen wird.
Er widmet sich weiterhin verschwenderischen Partys, bis er merkt, dass er sich auf die Suche nach dem Sinn seines Lebens machen muss. Auf seine Bitte wird er wieder in die Armee aufgenommen und nach Algerien gesandt, wo er sich als Offizier diesmal bewährt.
Abenteuerlustiger Wissenschaftler
Ihn packt die Faszination für Land und Leute und er beschließt, das noch völlig unbekannte Marokko zu erforschen. Da die Einreise für Christen verboten ist, verkleidet sich der 25-Jährige als Jude. Auf seiner abenteuerlichen Reise lernt er Juden und Muslime kennen und ist beeindruckt davon, wie sie ihren Glauben praktizieren.
Nach seiner Rückkehr verschafft ihm die Veröffentlichung seiner geografischen und soziologischen Studien Ruhm. Doch auch die wissenschaftliche Tätigkeit erfüllt seine tiefste Sehnsucht nicht.
Suchender Christ
Er stellt sich zum ersten Mal ernsthaft die Frage nach Gott und betet: „Mein Gott, wenn es dich gibt, lass mich dich erkennen!“ Er stürzt sich mit demselben Elan in den Glauben, mit dem er zuvor dem Vergnügen und dem Abenteuer gefolgt ist.
Mit 42 Jahren wird er Trappist, doch bald scheint ihm selbst dieses asketische Klosterleben zu bequem, sodass er sich ins Heilige Land begibt, wo er als Gärtner in einem Klarissenkloster lebt. Doch auch das ist nicht seine wahre Berufung: es zieht ihn nach Marokko.
„Ich möchte alle Bewohner – Christen, Muslime, Juden – daran gewöhnen, in mir ihren Bruder zu sehen, den Bruder aller Menschen.“
Allen ein Bruder
Nach seiner Priesterweihe lebt er zunächst als Militärseelsorger in Beni-Abbès (Algerien) und pflegt freundschaftliche Kontakte zur einheimischen Bevölkerung.
Schließlich baut er 1914 im Gebiet der Touareg eine Einsiedelei, um mitten unter ihnen zu leben und einerseits zwischen ihnen und den Franzosen zu vermitteln, andererseits den Armen und Kranken zu dienen. Der Weltkrieg wirft seine Schatten auch auf Nordafrika. Unruhen werden befürchtet, doch Charles de Foucauld weigert sich, sich in den Schutz der französischen Garnison zu begeben. Als Rebellen die Einsiedelei überfallen, wird er vor seiner Türe erschossen.
2005 wurde er von Papst Johannes Paul II selig- und 2022 von Papst Franziskus heiliggesprochen.
Hingabegebet des Hl. Charles de Foucauld
Mein Vater, ich überlasse mich Dir, mach mit mir, was Dir gefällt.
Was Du auch mit mir tun magst, ich danke Dir.
Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur Dein Wille sich an mir erfüllt und an allen Deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.
In Deine Hände lege ich meine Seele;
Ich gebe sie Dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich Dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich Dir hinzugeben, mich in Deine Hände zu legen, ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen; denn Du bist mein Vater.
Amen.
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- In unserer Radiothek finden Sie einige Sendungen um unseren Jahresheiligen besser kennenzulernen.




