Amoris laetitia

Die erste Botschaft ist, wie der Titel heißt, die „Freude der Liebe“. Dieser – im Deutschen nicht ganz einfache Titel –  wird im Zuge des Schreibens in unterschiedlicher Weise ausgefaltet. Das Schreiben nimmt Bezug auf die Überlegungen der Bischofssynoden (2014 und 2015) zu den pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung. Unterzeichnet und von der römischen Kurie vorgestellt wurde das Dokument am Fest des heiligen Josef, dem 19. März, im Jahr 2016.

Liebe macht Freude!

Der Papst spricht in diesem Dokument mit sehr viel Lebensnähe, Realismus und Wärme über die Schönheit der Liebe. Das Schreiben enthält wertvolle Anregungen für Familien und all jene, die eine Familie gründen wollen. Er spricht aber auch – in einer Art und Weise, die zeigt, dass er wirklich dem Leben der Menschen nahe ist – über Krisen und Probleme, die im Familienleben auftreten können. Und er drückt seine tiefe Bewunderung für die kleinen Schritte aus, die Menschen in schwierigen Situationen schaffen. Denn diese Schritte sind so wertvolle Beiträge, die die Liebe im Alltag neu entzünden und durch die die Liebe im Alltag bereichert und genährt wird.

Papst Franziskus betont, dass der tiefe, innere Blick auf die Lebenssituationen von Ehen und Familien geübt werden muss. Wir alle haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen, wir alle bedürfen der Barmherzigkeit Gottes. Jede Situation ist individuell, es gibt kein Rezept, dass man bei Problemen automatisch anwenden kann. Es gibt die klare Linie des Wortes Gottes, die wir uns immer wieder in Erinnerung rufen müssen. Wir sind eingeladen, auf die Hilfe Gottes zu vertrauen.

In dem Schreiben werden wir aufgerufen, genauer hinzusehen, wie wir mit verschiedenen Situationen umgehen. Um verantwortungsvolle Unterscheidungen zu treffen, brauchen wir ein geschultes Gewissen, das gestärkt werden muss. Zeit nehmen, zuhören und genau hinschauen, all das ist wichtig.  Der Papst betont, dass das Heil der Seelen im Vordergrund steht. Obwohl auch sehr wichtig, sind nicht die Normen und Gesetze sind das Allerwichtigste, sondern die Liebe! Die Liebe zeigt den Weg.

Das Wort „Laetitia“ bedeutet tiefe Freude, ja man könnte auch sagen Huldigung und Lobgesang, in diesem Zusammenhang: Lobgesang auf die Liebe. Ein Lobgesang auf die Liebe, in dem Bewusstsein, dass die Heilige Schrift uns verkündet, dass Gott die Liebe ist und der Mensch zur Liebe befähigt. Papst Franziskus sagt an einer Stelle, dass die Ehe als Sakrament das Verwiesensein von Mann und Frau auf die Beziehung von Christus und Seiner Kirche ist. In der Beziehung von Mann und Frau wird die Verbindung von Christus und der Kirche sichtbar, greifbar und erkennbar. Die Ehe ist also nicht nur ein formeller Akt. Sie ist im Licht des Glaubens eine Berufung, die der Herr in die Herzen zweier konkreter Menschen legt, so sehr, dass er auch selbst in diesen Bund eintritt. In der menschlichen Liebe und Verbundenheit zwischen Mann und Frau wird er selbst in seiner Verbindung zur Kirche erkennbar. Diese Verbundenheit mit Gott spiegelt sich ganz konkret in den zwei Personen wieder. Da, und vieles mehr, sind Schätze, die ins Licht gehoben werden müssen.

Wir laden Sie nun ein, in dieses Schreiben hineinzuschmökern und jene Kapitel in Ruhe durchzulesen, die momentan zu ihrer Lebenssituation am besten passen.

„Es ist eine tiefe geistliche Erfahrung, jeden geliebten Menschen mit den Augen Gottes zu betrachten.“ (Papst Franziskus)

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