„Ich hebe meine Augen auf“

Die „CD des Monats“ zum Auftakt eines neuen Jahres lässt uns mit Musik den Blick erheben:

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“.

Die Kantate von Georg Philipp Telemann ist ein ausdrucksstarkes und inspiriertes Frühwerk der Jahre um 1700 in der Tradition des geistlichen Konzerts.

Wie kaum ein anderer deutscher Kirchenkomponist seiner Zeit hat Telemann die französische Musik geliebt und sich stilistisch an ihr orientiert. In dieses Bild passt auch diese Psalm Komposition.

Die Vertonung des 121. Psalms ist geprägt von einem lebhaften Wechsel von Solisten und Chor. Sie ist voller bildhafter Poesie.

 

Im Hören der Musik können wir mit dem Psalmisten beten:

Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde erschaffen hat.
Er lässt deinen Fuß nicht wanken; dein Hüter schlummert nicht ein.
Siehe, er schlummert nicht ein und schläft nicht, der Hüter Israels.
Der HERR ist dein Hüter, der HERR gibt dir Schatten zu deiner Rechten.
Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden noch der Mond in der Nacht.
Der HERR behütet dich vor allem Bösen, er behütet dein Leben.
Der HERR behütet dein Gehen und dein Kommen von nun an bis in Ewigkeit.

Die CD mit L’arpa festante und Rien Voskuilen, auf der neben der Kantate von Telemann noch weitere Kompositionen zu finden sind, vermittelt einen hörenswerten Eindruck vom hohen musikalischen Niveau der Universitätsstadt Leipzig zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als Telemann, Heinichen und Graupner vermutlich wohl eher nebenbei in Leipzig Jus studierten.

Das Album ist im Carus Verlag erschienen.